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Töpferei


Geboren aus dem Chaos Töpferei schafft das scheinbar Unmögliche: Sie vereint die ungleichen Brüder Feuer und Wasser


Kinderspiel? Scheinbar mühelos findet jedes Gefäß seine ureigene Form. Bis man es dann mal selbst versucht ;-))

Die Kunst des Ausgehöhlten
Die Kunst des Ausgehöhlten

Frère Daniel in Action

Für alle Interessierten: Wer sich mit dieser Thematik näher beschäftigen möchte, sollte sich unbedingt die DVD "Fruchtbares Chaos" von Frère Daniel gönnen. (Bezug hier)

In bildhafter und bewegender Weise schildert er hier seine mehr als 50-jährige Erfahrung mit dem Medium Ton. Für ihn ist die Töpferei nicht einfach nur ein Handwerk, sondern vor allem eine intensive Auseinandersetzung mit der Natur und sich selbst, ein konzentriertes Arbeiten mit allen Sinnen, und eine daraus resultierende tiefe Freude seine praktischen Erfahrungen mit anderen, vor allem mit Kindern, zu teilen.

Chronik:
- der Theologe Frère Daniel (Daniel de Montmolling, geb. 1921 in Saint Aubin, Schweiz) war einer der sieben Brüder, die sich 1949 endgültig zur Communaute zusammenschlossen.

- 1949 lernte er in Cluny den Töpfer Alex Kostada kennen und saß zum ersten, aber ganz bestimmt nicht zum letzten Mal an einer Töpferscheibe.

- In den folgenden Jahren baute er nach und nach die Töpferei von Taizé auf. Ein entscheidender Themenkomplex war dabei die Entwicklung von Glasuren aus Mineralien und Pflanzenaschen, über die er auch etliche Bücher veröffentlichte (unfairerweise nur auf Französisch! ;-)). Seine Produkte sind auch immer wieder auf Ausstellungen (schwerpunktmäßig in Frankreich) zu bewundern.

- mit dem Wachstum der Brüderschaft wurde eine zweite Töpferei eingerichtet, der Verkauf ihrer Produkte war bald eine wesentliche Einnahmequelle von Taizé.

- als Zugeständnis an die wachsende Nachfrage und um einigermaßen erschwingliche Preise zu ermöglichen wird ein Teil der Produktion heute auch mit Hilfe von Maschinen erledigt (Drehen in Formen, Pressen und Gießen). Alle Unikate werden natürlich nach wie vor ausschließlich von Hand auf der Töpferscheibe gedreht.

- beim ersten Brennvorgang arbeiten die Brüder mit den Töpfern der Umgebung zusammen, alleine könnten sie die unermüdliche Nachfrage der Taizébesucher gar nicht stillen.

Gewinnung der Rohstoffe


Stetes Klopfen höhlt den Stein Die Gewinnung der Glasuren aus Mineralien und Pflanzenaschen ist ein schweißtreibender und langwieriger Prozess.

Die Wurzel des Töpferns: Der Töpferton wird aus unterschiedlichen Tonerden gemischt, die Glasuren stammen aus fein zermahlenen Mineralien und Pflanzenaschen. Es werden keinerlei "Fertigprodukte" verwendet, an der Basis des Arbeitsprozesses steht immer ein intensive Auseinandersetzung mit der Natur zur Gewinnung der unterschiedlichen Rohstoffe. Für Frère Daniel ist das intensive Erleben von Natur und den Elementen einer der entscheidensten Punkte, die dem schöpferischen Prozeß vorangeht.

Technische Hintergrundfakten


Intuition ist alles Die Glasuren werden ohne jedes vorgebene Schema aufgetragen, kein Stück gleicht dem anderen.

Brenntemperatur: 950° C für die getrockneten Rohlinge, nach dem Glasieren zweiter Brand bei 1280° C
Abkühlen: Eine rasche Abkühlung würde zu starken Thermospannungen und damit automatisch zu einem Scherbenberg führen. Deshalb dauert der Abkühlungsprozess teilweise bis zu zwei Tagen.
Brennmaterial: Propangas
Glasuren: Bei 1280°C verschmilzt die Mischung aus unterschiedlichen Mineralien zu einem homogenen, glasartigen Silikat. Erstaunlicherweise würde jedes Mineral für sichl erst bei über 2000° C schmelzen, nur in der Mischung entsteht ein sogenanntes "Eutektikum", bei dem der Schmelzpunkt deutlich niedriger liegt. Der genaue Prozess ist immer noch nicht vollständig geklärt.
Pflanzenaschen: Im Verlauf des Wachstums reichert jede Planze verschiedene Mineralien an. Diese Zusammensetzung variiert je nach Art und Standort. Beim Verbrennen entweicht der organische Kohlenstoff als Kohlenstoffdioxid, die Mineralien bleiben in der Asche zurück und können für die Glasuren verwendet werden
Farben: Sie entstehen durch die gezielte Zugabe von bestimmten Mineralien. Eisenoxid in seinen unterschiedlichen Ausprägungsformen ist zum Beispiel ein wahres Chamäleon. Blau- und Violett-Farbtöne entstehen durch Zugabe von Kobald und Kupfer, Orange-gelb durch Titan. Diese Thematik ist extrem komplex und eine Wissenschaft für sich.

Vier der wunderschönen Unikate von Frère Daniel? Nein, hier zeigen sich lediglich die vielen Gesichter einer einzigen Vase. Sie steht auf meinem Schreibtisch und ich betrachte sie jeden Tag mit Freude.

Wenn ich eines der Unikate von Frère Daniel anschaue bleibt mir oft buchstäblich die Luft weg (das versaut leider Gottes mein Macho-Image wieder total) und ich denke mir nur: "Bow, ist das wunderschön!"

Es ist ein sinnlicher Hochgenuß diese Gefäße zu betrachten, sie in die Hand zu nehmen und ihre charakteristischen Unebenheiten zu fühlen. Schönheit derart Gestalt verleihen zu können ist eine Gabe. Jeder Mensch hinterläßt Zeichen auf seinem Lebensweg aber nur selten sind sie derart berührend.

Quellen

Wenn Ton den Ton angibt
Wenn Ton den Ton angibt

Eine philosophische Reise durch die Kunst des Töpferns

- DVD Frère Daniel: "Fruchtbares Chaos: Die Kunst des Wassers (33 Minuten), die Kunst des Feuers (43 Minuten)." Preis: 34 Euro.
- Website Taizé
- Wikipedia

Der gewöhnliche Hauptseitenhüpf-Floh
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