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DIE HOHE KUNST DER SPÜLMASCHINEN-FÜLLUNG

spuelmaschine.doc [38 KB] (zum Daun-Loden anklicken!)

Laut Statistik sind nicht partnerschaftliche Untreue, Finanzprobleme, vertauschte Zahnbürsten oder eine ähnlich schwerkalibrige Ursache der häufigste Auslöser für mörderische Eheduelle.

Weit gefehlt.

Es ist vielmehr eine Bagatelle, eine der klassischen Nichtigkeiten, die auch dem letzten Zweifler die grundlegende Andersartigkeit von Mann und Frau vor Augen führen.

Haben Sie eine Spülmaschine?

Aha!

Sie wissen wovon ich rede, nicht wahr!

Werfen wir zunächst einen Blick auf die typische Vorgehensweise eines Mannes:

Hier wird die Einräumstrategie maßgeblich von ästhetischen Kriterien geprägt. Das ist insofern überraschend, als die meisten Ehefrauen den Ästhetiksinn ihres Gatten auf dem Niveau einer Miesmuschel ansiedeln. Speziell auf dem Gebiet der Mode und des Aussehens werden einem Mann die Urteile seiner Frau auch ewig eines der großen Mysterien bleiben. Nie wird er nachvollziehen können, warum sie ihm mit einem spitzen Aufschrei die originelle Uli Stein-Krawatte vom Dinner-Jacket reißt und irgendwann wird er die Wahl seiner Kleidung resigniert ihren mystischen Fähigkeiten auf diesem geheimnisvollen Sektor überlassen.

Die Spülmaschine ist dagegen neutrales Territorium, auf dem auch der Mann sein von Kindheit an unterdrücktes Streben nach Harmonie und Schönheit ausleben kann. Im Gegensatz zu seiner Frau, die das Geschirr scheinbar wahllos mit Lichtgeschwindigkeit in die Maschine stopft, gleichzeitig mit einer Freundin telefoniert, zwei Salatsaucen abschmeckt und den Dackel zur Schnecke macht, weil er wieder mal an den Pantoffeln kaut, sind seine Handlungsabläufe von schlichter Geradlinigkeit.

Das Gehirn eines Mannes arbeitet präzise, aber relativ eingleisig. Die Vernetzung der beiden Großhirnhälften ist deutlich schwächer ausgeprägt als bei der Frau und er haßt es daher zutiefst, wenn er sich auf mehrere Dinge gleichzeitig konzentrieren muß.

Getreu den Prinzipien der Zen-Meditation widmet er sich also mit allen Sinnen ausschließlich dieser einen Aufgabe, schlichtet bedachtsam – spätestens jetzt verlassen die meisten Frauen die Küche - Teil um Teil in die Maschine, bis schließlich ein harmonisches Ganzes entsteht, dessen Schönheit nur er selbst ausreichend würdigen kann.

Als zentraler Blickfang dient sein geliebtes Weißbierglas, das ihn schon seit seinem Studium treu begleitet hat. Undenkbar, wenn es Schaden nehmen würde! Das vorbeugende Anlegen einer geschirrfreien ringförmigen Pufferzone um das zerbrechliche Kleinod muß daher jedem vernunftbegabten Wesen einleuchten. Das restliche Geschirr wird streng gattungsspezifisch verteilt, das willkürliche Mischen von Untertellern, Suppentellern und flachen Tellern hält er für einen unästhetischen, verabscheuungswürdigen Akt der Barbarei.

Schüsseln schräg aufeinander zu stapeln wie kopulierende Schildkröten, oder den überlangen Schöpflöffel flach zwischen die Weingläser zu legen, käme ihm nicht im Traum in den Sinn.

Um Streitigkeiten im Porzellanservice zu vermeiden, werden die einzelnen Geschirrfraktionen durch neutrale Freiräume getrennt, dadurch entsteht auch insgesamt ein sehr lockerer, harmonischer Gesamteindruck, der ihn zufrieden und heiter stimmt.

Der in den meisten Fällen zurückbleibende Geschirr-Resthaufen beleidigt seinen Schönheitssinn in keinster Weise, wohl aber den seiner tierisch genervten Frau!

Im Lauf der Evolution hat die Frau ein hochenttwickeltes peripheres Sehvermögen entwickelt. Es verschafft der Frau entscheidende Vorteile. Dank ihres großen Gesichtsfeldes kann sie einen knackigen Männerpo am äußersten Gesichtsfeldrand unauffällig aus den Augenwinkeln mustern. Ein Mann, der vom gleichen Standpunkt aus eine kurvenreiche Blondine begutachten will, muß dagegen den Kopf drehen. Männer haben dagegen ein relativ enges, auf die Ferne gerichtetes, tunnelartiges Gesichtsfeld entwickelt, das für einen Jäger unabdingbar ist. Schon der Neandertaler konnte in Sekundenbruchteilen ein bewegtes Objekt am Horizont orten und entscheiden ob es sich um „fast food“ - z.B. eine Gazelle - oder „fast problems“ - z.B. einen Säbelzahntiger - handelte. Ob die Frau zu Hause in der Wohnhöhle permanent über seine Faustkeile stolperte und schon die dritte Saison das gleiche Bärenfell trug, war dagegen - zumindest aus überlebenstechnischen Erwägungen - von völlig untergeordneter Priorität.

Bis heute sind Männer deshalb lausige Beobachter, ihr persönliches Umfeld betreffend. Zwei von drei Ehemännern zögern, wenn sie nach der Augenfarbe ihrer Frau gefragt werden, und ihr Gesicht erkennen sie nur deshalb, weil sie es täglich sehen. Es gibt keine sicherere Methode einen Mann in Panik zu versetzen, als der Anblick seiner glücklich lächelnden Gattin die ihn mit der Unheil verheißenden Frage: „Na, was hat sich verändert?“ begrüßt. (Der Satz „Du hast abgenommen, Schatz!“ kann in dieser Situation sehr hilfreich sein!)

Wenn Sie also als Ehefrau wieder einmal das Bedürfnis haben, ihrem Mann den Hals umzudrehen, weil er das Haushalts-Chaos in keinster Weise zur Kenntnis nimmt, üben sie bitte Nachsicht.

Wahrscheinlich sieht er es tatsächlich nicht!

Sobald der Mann mit stolzgeschwellter Brust und noch ganz unter dem Eindruck der erfüllten Aufgabe die Küche verlassen hat, hechtet seine treusorgende Gattin unverzüglich in Richtung Spülmaschine.

Laßt uns den Schleier der Barmherzigkeit über die folgende, grausame Szene breiten.

Irgendwann - häufig ausgelöst durch die Suche nach einem biologischen Hopfen-Malz-Trunk - wird der Mann die Küche wieder betreten. Unordnung stört ihn zwar nicht, aber das Fehlen derselben fällt sogar ihm auf.

Der Geschirrberg ist verschwunden!

Oh, oh!

Ein schrecklicher Verdacht keimt sofort in ihm auf und in banger Erwartung einer Katastrophe öffnet er vorsichtig die Spülmaschine.

Aaaaargh!

Vor seinen entsetzten Augen entfaltet sich ein apokalyptisches Szenario.

Sein geliebtes Weißbierglas ist eingekeilt zwischen einem Einmachglas, das impertinent nach Essiggurken stinkt, und der rosa Tupperschüssel, die er noch nie leiden konnte. Unter einer großen Salatschüssel kauern drei Espressotassen wie Küken unter der wärmenden Glucke.
Eine Reihe von kleinen, schräg aufeinander gestapelten Kompottschüsseln windet sich schlangenförmig durch das obere Fach, drei große Teetassen umschlingend. Sämtliche Freiräume sind gnadenlos ausgefüllt, ohne jede Rücksicht auf den optischen Gesamteindruck.

Erschütternd!

Während Frauen in der Regel für ihre besonnene, überlegte Vorgehensweise bekannt sind, neigen sie bei der Spülmaschine zu tollkühnem Draufgängertum im Materialtest. Die Früchte dieser Experimente, drei Joghurt- und ein Buttermilchplastikbecher haben als bizarre, surrealistische Gebilde überlebt und beenden ihr Dasein schamrot im gelben Sack.

Zugegeben, das Geschirr ist sauber, aber welch erschütternder Mangel an Sensibilität offenbart sich in einer derart lieblosen Vorgehensweise.

Frauen sind wirklich ganz anders!

COPYRIGHT ©
WERNER DAVID
LUKASFELDSTR. 21
85435 ERDING, 2001
OHL REITS RISÖRFD

Weitere 28 tierisch ernste Artikel rund um den Orientalischen Tanz findet ihr in „Bauches Lust, Bauches Frust“, ISBN 3-8311-1964-3, 139 Seiten, 9,50 Euro. Nähere Infos auf meiner Homepage www.bauches-lust.de

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