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EINE KLEINE "BRILLEN"-PHILOSOPHIE

piss.doc [2.877 KB] (zum Daun-Loden anklicken!)

"MACH BITTE DIE BRILLE HOCH!!!"
Dieser genervte Appell stammt wider Erwarten nicht von einem unfreundlichen Augenarzt und betrifft überraschenderweise auch Kontaklinsenträger und Normaläugige.

Es handelt sich vielmehr um den inbrünstigen Ausruf einer Ehefrau, Freundin oder Lebensabschnittsgefährtin, die unter einem chronischen PISS (Pinkelinduziertes Stress-Syndrom) im Endstadium leidet.

Um die kontroversen Standpunkte nachvollziehen zu können, ist es hilfreich einen kurzen Exkurs in die Stammesgeschichte der Säugetiere zu machen.

Auch der Mensch ist letztendlich nur ein etwas aufgemotzter Säuger, der sich aus Sicht der Evolution erst in den letzten paar Sekunden der Erdgeschichte auf die Hinterbeine gestellt hat und nach wie vor entscheidend von seinem tierischen Erbe geprägt wird. Durch die hauchdünne Tünche der Zivilisation schimmert bei genauerer Betrachtung auch heute noch der wuchtige Kiefer des Neandertalers (oder der Neandertalerin!).

Während das Pinkeln heutzutage ausschließlich der biologischen Entsorgung stickstoffreicher Stoffwechselendprodukte (z.B. Weißbieraltlasten) dient, erfüllte dieses Verhalten in grauer Vorzeit auch wesentliche soziale Funktionen.

Territoriale Säugetiere markieren ihr Revier mit Duftmarken, sei es mit dem Sekret spezieller Duftdrüsen oder eben mit Urin. Dem Kontrahenten wird damit unmißverständlich signalisiert: „Der tonangebende Pinkler hier bin einzig und allein ich, also mach die gefälligst vom Acker und piss mir nicht in die Quere!“

Damit diese Duftmarken eine möglichst optimale Wirkung entfalten, sind gewisse Vorraussetzungen nötig:

Je höher die Markierung angebracht wird, umso effektiver ist die Verbreitung durch Luftströmungen und desto größer das markierte Areal. (Als Frau würden sie ja auch nicht ihr sündteures Luxusparfüm ausgerechnet am Knöchel auftragen, es sei denn sie sind praktizierende Kickboxerin oder in einen Pygmäen verliebt.) Gerade extrem kleine Hunderassen vollbringen in dieser Hinsicht erstaunliches, indem sie in einer Art Handstandüberschlag pinkeln. Beim Neandertaler - hier als typischer Vertreter des Urmenschen - verschaffte der aufrechte Stand entscheidende Vorteile. In dieser Position konnte als zusätzliches Plus der Horizont und das nähere Umfeld problemlos nach möglichen Gefahrenquellen abgecheckt werden. Bei einem meditativen Pinkeln in Hockposition bestand dagegen die Gefahr, sich plötzlich Auge in Auge mit einem freundlich lächelnden Höhlenbären wiederzufinden.

Mahlzeit und Tschüss!

Eine derart mühsam plazierte Duftmarkierung wieder zuzuscharren, wäre aus ethologischer Sicht vollkommen blödsinnig, es sei den es handle sich um die „spritzigen“ Hinterlassenschaften eines fremden Reviereindringlings.

Dieser Sachverhalt hat zwei folgenschwere Konsequenzen:

Das durch den verbalen Schlüsselreiz „Ich muß mal“ ausgelöste Rudelpinkeln vieler Frauen ist bei Männern so gut wie nie zu beobachten. Aus ihrer Sicht ist es vor allem entscheidend, die letzte Markierung zu setzen, um das Risiko der Löschung durch einen Nachpinkler zu minimieren. Die Toilette als soziales Zentrum ist daher bei Männern nur von untergeordneter Bedeutung zumal auch die Notwendigkeit der Make Up-Restauration vollkommen enfällt. Ein Mann, der seinen Freunden freudestrahlend verkündet: „Ich muß jetzt pinkeln, wer hat Lust mitzukommen?“ wird lange Zeit Gesprächsgegenstand dieser Männerrunde bleiben.

Die zweite Konsequenz hat weitreichende Folgen für alle partnerschaftlichen Beziehungen.

Eine zugescharrte Markierung beim Neandertaler und der geschlossener Toilettendeckel beim Homo sapiens entsprechen sich, in beiden Fällen wird die Wirksamkeit der Markierung drastisch reduziert.

Das ist natürlich ein untragbarer Zustand!

Logische Folge - der Deckel bleibt offen.

„Dann setz dich doch gefälligst hin!“

Auch eine dieser typisch weiblichen Forderungen, die ein tiefes Unverständnis biologischer Sachverhalte erkennen lassen.

Das Leben in der Urzeit war keineswegs ein Zuckerschlecken. Ungeschickte Jagdstrategien führten unweigerlich dazu, als schwefliger Raubtierpfurz in die Geschichte einzugehen. Eine möglichst rasche und effektive Fortpflanzung war daher für das Überleben der Sippe zwingend erforderlich. Wer kann es dem Neandertaler daher verdenken, wenn er sich entschieden weigerte, seine edelsten Teile in Bodennähe zu bringen, wo sie den Attacken weitsichtiger Klapperschlangen und dem Mutwillen streunender Ameisen ausgesetzt waren.

Der letzte Grund ist ein ästhetischer.

Oh, doch!

Ein beruhigendes, Feng-Shui-gerechtes Plätschern wird erst ab einer Mindesthöhe von 50 cm erreicht, eine Unterschreitung dieses Wertes führt zu dissonantem, unprofessionellem Gegurgel, das eines knallharten Mammutjägers vollkommen unwürdig wäre.

Bezüglich der Trefferquote scheiden sich die Geister.

Während der Mann seinen akuraten Präzisionsstrahl lobt, beklagt seine Frau einen flächendeckenden Gießkanneneffekt, die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte.

Bleibt als letztes noch die Grundsatzfrage: Warum sitzen Frauen?

Weil sie - und diese Erkenntnis ist kein Produkt männlicher Arroganz - in dieser Hinsicht bauplanbedingt stark benachteiligt sind. Bisher noch jedes Mädchen, das ihren Bruder auf diesem Gebiet schlagen wollte, mußte das irgendwann empört heulend eingestehen. Hier handelt es sich um eines der wenigen wissenschaftlich fundierten Beispiele männlicher Überlegenheit.

Daher ist der „kleine Unterschied“ auch so wichtig!

Ein Mann sitzt also zwischen zwei Stühlen. Er muß sowohl den stammesgeschichtlichen Traditionen als auch den - durchaus berechtigten - Forderungen seiner Partnerin gerecht werden.

Es gibt viel zu tun.

Sitzen wir´s an!

COPYRIGHT ©
WERNER DAVID
LUKASFELDSTR. 21
85435 ERDING, 2001
OHL REITS RISÖRFD

Weitere 28 tierisch ernste Artikel rund um den Orientalischen Tanz findet ihr in „Bauches Lust, Bauches Frust“, ISBN 3-8311-1964-3, 139 Seiten, 9,50 Euro. Nähere Infos auf meiner Homepage www.bauches-lust.de


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