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Allgemeiner satirischer Rundumschlag
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HÜFT - DROPS

huftdrop.doc [16 KB] (zum Daun-Loden anklicken!)

Drops sind normalerweise klein, rundlich und häufig sauer; Hüftdrops dagegen - je nach Hüfte mehr oder weniger groß, rund bis eckig mit allen Übergängen und sauer ist bestenfalls der bzw. die Ausführende.

„To drop“ heißt fallen lassen, das kann eine heiße Kartoffel, eine dumme Bemerkung oder, in diesem Fall, die Hüfte sein. Eigentlich ist dieser deutsch-englische Wortbastard eine schauerliche sprachliche Konstruktion, aber in diesem Fall läßt sich wirklich nur mit Schwierigkeiten eine deutsche Alternative finden. „Hüftsturz“ oder „Hüftfall“ klingt mehr nach Unfallchirurgie als nach einer Figur aus dem orientalischen Tanz, bleiben wir also beim Drop.

Ich liebe diese Figur heiß und innig. Das mag damit zusammenhängen, daß ich sie, verglichen mit anderen Figuren, in geradezu atemberaubender Geschwindigkeit begriffen habe. Sowas verbindet! Eine ganz einfache, natürliche Bewegung. („Natürlich“ sind immer die Bewegungen, die man selbst begriffen hat, die anderen aber noch nicht.) Bestimmte Trommelrhythmen schreien geradezu nach einem Hüftdrop, auch als Anfänger erkennt man diese Stellen relativ rasch und stürzt sich mit Dankbarkeit darauf.
Langsame Hüftbewegungen z.B. auf die manchmal etwas nervig quäkende Soloflöte sind rhythmisch gesehen vertrackter, regelmäßig beschleicht mich dann das „Binicheigentlichnochim-Takt?“-Gefühl, das sich nur durch sichernde Blicke nach rechts und links auf meine Mitstreiterinnen beruhigen läßt, vorausgesetzt die sind sich einig. Der tiefe „Dum“-Schlag der Trommel ist dagegen wie eine sichere Hängematte, der man sich beruhigt anvertrauen kann. Je „dum“ desto „drop“, d.h. immer beim „Dum“-Akzent der Trommel fällt die Hüfte, aber fangen wir beim Anfang an.

Der Stand ist ungefähr hüftbreit, enger leidet die Balance, breiter die Ästhetik. Das Lieblingsbein wird nach vorne auf den Ballen gestellt, bei zwei Lieblingsbeinen muß man vermutlich Strohhälmchen ziehen oder eine Münze werfen. Kurzer Kontrollblick in den Spiegel. Ha! Wußt ich´s doch! Immer wenn ich mich besonders konzentriere, sackt mein Oberkörper in sich zusammen und ich senke den Kopf. So nicht! Also Kopf hoch, Brust raus - bei mir nicht ganz so beeindruckend - und den kühnen Falkenblick ins Auge. Schon besser! Vor lauter Begeisterung über mein Spiegelbild verpasse ich den Einsatz. Die Arme werden aus ihrer schlappen „Wirwissenwiedermalgarnichtwowirhinsollen“-Haltung in eine eindeutige seitliche Grundposition gebracht. Paßt!
Zum besseren Verständnis der Hüfbewegung noch eine kurze gedankliche Manipulation. Schrauben Sie eine Metallöse in Ihren Hüftknochen - nein, tun Sie´s nicht, es geht nur um die Vorstellung - an der Sie eine lange Schnur befestigen. Diese Schnur läuft über eine Rolle direkt über Ihnen an der Decke zurück in Ihre Hand. Ziehen Sie nun kräftig an dieser Schnur. Ihre Lieblingshüfte wird senkrecht nach oben gezogen, die seitlichen Bauchmuskeln verkürzen sich, die gegenüberliegende Hüfte wird gestreckt, eine gedachte Linie durch beide Hüftknochen steht jetzt diagonal. Der Körper bleibt dabei völlig aufrecht. Beim „Dum“-Schlag der Trommel lassen Sie die Schnur aus. Ihre - jetzt hoffentlich entspannte - Hüfte fällt durch ihr Eigengewicht nach unten, die Bewegung wird mit dem Fußballen abgefedert, die Hüfte steht wieder wagrecht und kann erneut in die Ausgangsposition hochgefahren werden. Das war´s schon!

Ohne Schnur geht es natürlich auch. Bei einem Drop links liegt ihr gesamtes Körpergewicht auf dem rechten Bein, der linke Fußballen wird nur minimal belastet. Das nachfolgende Hochziehen der Hüfte in die Ausgangsposition soll weicher erfolgen als der eigentliche Drop, die Betonung liegt immer auf dem Absturz der Hüfte, sonst wird aus dem „Drop“ unversehens ein „Lift“. Den gibt es zwar auch, aber man sollte sich schon vorher für eine der Figuren entscheiden sonst kreiert man „Drifts“ und „Lops“, eine vorschriftswidrige Kreuzung beider Figuren.
Ein Drop muß auch ohne Lupe als solcher erkenntlich sein, die Bewegung darf nicht zu verhalten und schüchtern ausgeführt werden. Lassen Sie also die Sau raus! (Pardon!) Stellen Sie sich vor, Sie hätten Hüften wie ein Brontosaurus, bei jedem Drop muß im Stockwerk unter Ihnen der Putz von der Decke fallen -bildlich gesprochen.
Der Kopf muß immer auf der selben Höhe bleiben, d.h. der Körper darf nicht auf und ab wippen. Das weiß er in der Regel aber nicht, wie Sie beim Blick in den Spiegel rasch feststellen werden. Ein Trick ist es, das Standbein möglichst weit zu beugen. Das zieht zwar gemein im Oberschenkel und gibt anfangs einen abscheulichen Muskelkater, aber die Wippbewegung des Körpers läßt sich so weitgehend abpuffern. Sie können zuhause auch irgendwelche Gegenstände auf Ihrem Kopf balancieren während sie Drops üben, Sie werden überrascht sein, mit welcher Konzentration und Hingabe Sie die Figur plötzlich ausführen werden. Sobald Ihre Bewegungen zu unruhig werden erfolgt der Absturz, fangen Sie also nicht ausgerechnet mit Ihrem besten Porzellan an. Flache, rauhe Steine sind relativ tolerant und führen rascher zu einem Erfolgserlebnis als rohe Eier. Parkettboden sollten Sie dann allerdings meiden. Und behalten Sie Ihre Zehen im Auge!

Werden Sie nicht ungeduldig, wenn sich der Erfolg nicht sofort einstellt, sondern denken Sie immer daran:

„Stetes Dropen höhlt den Stein!“

COPYRIGHT ©
WERNER DAVID
ERDING, 1996
OHL REITS RISÖRFD

Weitere 28 tierisch ernste Artikel rund um den Orientalischen Tanz findet ihr in „Bauches Lust, Bauches Frust“, ISBN 3-8311-1964-3, 139 Seiten, 9,50 Euro. Nähere Infos auf meiner Homepage www.bauches-lust.de

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